Am 23.06.2007 startete ein zweiwöchiges Praktikum im Rahmen der internationalen ökologischen Sommerschule „Abfallmanagement in den Touristikgebieten des Baikalsees“ in Zusammenarbeit zwischen der Staatlichen Technischen Hochschule Irkutsk (TU-Irkutsk) und der Universität Duisburg-Essen (UDE). Am Praktikum nahmen 25 Studierende des dritten und vierten Studienjahres im Fachgebiet «Umweltschutz und Ressourcenschonung» der Fakultät für Chemie-Metallurgie und zwei Mitglieder der Fakultät für Soziologie teil.
Zuvor wurden die Teilnehmer auf einer zweitägigen Auftaktveranstaltung am 18./19. Juni 2007 an der TU-Irkutsk in den theoretischen Grundlagen von Abfallwirtschaft, -management und -behandlungstechniken sowie den lokalen Problemen des Baikalsees unterrichtet.
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Das Praktikum begann mit 10tägigen Feldarbeiten auf der Insel Olchon unter Leitung von Prof. J.-D. Herbell, dem deutschen Projektleiter. Die Betreuung der Studierenden erfolgte durch Frau Dr. Olga Ulanova, Frau Dr. Aelita Reuzkaya (TU-Irkutsk) und Frau Dr. Eva Selic (UDE).
Nach Absprachen mit dem Bürgermeister von Chugier, der Leiterin des kommunalen Entsorgungsunternehmens und den Besitzern des größten Camp-Hotels am Ort wurden stichprobenartige Abfalluntersuchungen auf der Deponie, wilden Deponien und beim Camp-Hotel durchgeführt. Dabei wurden Mengen und anteilige Zusammensetzung der Siedlungsabfälle mit Hilfe von Sortieranalysen bestimmt. Zusätzlich wurden Abfall- und Bodenproben der wilden Deponien für weitere physikalisch-chemische Untersuchungen im Labor genommen. Die Ergebnisse der Sortieranalyse sind notwendige Grundlage für ein zu entwickelndes Abfallwirtschaftskonzept für die Insel Olchon einschliesslich der Ableitung moeglicher Verwertungspotionen.
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Für die Durchführung der Abfallanalysen waren zahlreiche Vorarbeiten nötig. Alle Teilnehmer wurden mit einer Sicherheitsausrüstung, bestehend aus Schutzanzügen, Mundschutz sowie stichfesten Schuhen und Handschuhen ausgestattet und erhielten eine umfassende Sicherheitseinweisung. Die Arbeitsvorschriften für die Sortieranalyse und die Untersuchungen im Labor wurden für die Studierenden ins Russische übersetzt. Zusätzlich musste die komplette Ausrüstung für die Feldarbeiten mit einem LKW zur Insel gebracht werden.
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Parallel zu den Abfalluntersuchungen führte ein Teil der Studierenden unter Leitung der Soziologen großräumige Umfragen bei den Touristen, der Bevölkerung und den Besitzer von Campingplätzen und Hotels durch, in denen zum einem nach Mengen, Zusammensetzung und Entsorgungswegen der Abfälle gefragt wurde, und zum anderen nach dem ökologischem Bewusstsein. Die Fragebögen waren zuvor an der TU-Irkutsk in der Fakultät für Soziologie erarbeitet worden. Die Analyse der Umfragen wird die Mentalität, kulturelle Eigenarten und das Umweltbewusstsein der Bevölkerung und der dortigen Touristen hinsichtlich des Umgangs mit Abfällen beleuchten.
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Im Rahmen ihrer Arbeiten auf der Insel erlebten die Studierenden ein hartes Kontrastprogramm. Neben der malerischen und einzigartigen Landschaft wurden sie mit wilden Deponien konfrontiert, die sich großflächig durch die Wälder ziehen und mittlerweile auch jedem Touristen ins Auge fallen. Eine dieser Deponien lag direkt in der Nähe des Zelt-Camps der Studenten im küstennahen Wald der berühmten Saraisker Bucht, die mit ihrer Dünenlandschaft zu einem der schönsten Gebiete auf Olchon zählt. Entsetzt von diesem Zustand reinigten die engagierten Studierenden in mühevoller Kleinarbeit über drei Tage in ihrer Freizeit das Waldstück und sammelten über 40.000 l Müll, der vom kommunalen Entsorgungsunternehmen MUP-Olchon auf die Festlandsdeponie Imel Kutul gefahren wurde.
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Nach der Rückkehr in Irkutsk wurden die Studierenden vom 4. Juli bis 6. Juli im Umweltlabor des Lehrstuhls für Umweltschutz und Rohstoffaufbereitung anhand der Proben von Olchon in weiteren physikalisch-chemischen Untersuchungen von Abfall-, Boden- und Wasserproben geschult. Dazu war das Labor zuvor auf Projektkosten mit den notwendigen Geräten und modernen Schnelltesten ausgestattet worden.
Im Rahmen des Praktikums haben die Teilnehmer nicht nur wissenschaftliche Forschungsarbeit, sondern auch internationale Teamarbeit gelernt. Eine wichtige Erfahrung für die Studierenden war, dass Wissenschaft mit praktischer Umsetzung und Nutzen für die Umwelt verbunden ist.
Die Teilnehmer der ökologischen Sommerschule bedanken sich für die finanzielle Förderung durch das Deutsch-Russische Gemeinschaftsprojekt!
Den ausführlichen Bericht über das internationale ökologische Praktikum auf Olchon lesen Sie bitte hier
Das Feedback der Studenten - Ökologen über das Praktikum können Sie hier kennen lernen
Die aktuellen Fotos finden Sie hier